Eigentlich wollte ich ja heute über unsere Katze schreiben und einen Beitrag über Computerhypochonder habe ich auch schon angefangen. Aber recent events zwingen mich doch das “top thema” zu ändern: Gestern hats geregnet! WOW! Denn bei uns gabs gestern Sturm. Nicht so einen Sturm wie man ihn aus D-Land kennt, sondern so einen richtigen asiatischen Taifun wie man ihn nur aus Erzählungen kennt. Nämlich aus solchen wie diesen:

Im Chat am vergangenen Samstagabend versprach ich unter dem grossem Indianer Ehrenwort meinem kosmopoliten Freizeitberater aus dem urbanen Reckershausen, dass ich Sonntag auf jeden Fall etwas unternehmen werde. Ich sicherte ihm zu, dass ich mehr als nur zwei Bier trinken werde sowie in einen Laden gehe, in dem die Musik so laut ist, dass keine normale Konversation möglich ist. Unter normalen Umständen bin ich ein Ehrenmann und löse Versprechen dieser Art unverzüglich ein, aber als die Unwetterwarnung herausgegeben wurde, dachte ich nochmal darüber nach. Ich entschloss mich nicht in die Stadt zu fahren, aus folgenden Gründen:

  • Beim letzten Taifun vor ein paar Wochen starb ein Arbeiter auf dem Campus, weil seine Hütte (unter einem Baum?) zusammenbrach.
  • Ich musste am Montag früh (7:30) raus.
  • Da die Luft in Shanghai sehr sehr sehr dreckig ist, ist der Regen nicht nur sauer, sondern schon wütend. Der giftigsaure Regen stellt eine ernstzunehmende Bedrohung für meine vom Ausfall bedrohte Kopfbehaarung dar.
  • Aufgrund der hohen Windstärken, würde mein Regenschirm wieder umgebogen. Oder der Stab bricht wieder durch und der Regenschirm mit dem abgebrochenen Schaft geht den Weg alles irdischens. Die Neuinvestition von 1,2 Euro um einen neuen Regenschirm käuflich zu erwerben ist in meinem Haushalt für dieses Quartal nicht vorgesehen. Es gilt daher dieses Risiko zu minimieren.
  • Jalda hat die DVD “A Hitchhikers Guide to the Galaxy” gekauft. Es war also ein Ding der Unmöglichkeit von der Couch aufzustehen.

Das wirklich grosse Kino kam aber am nächsten Tag, als ich die Schäden des Unwetters begutachtete. Da wie immer mal wieder alle Gullis und Abflüsse auf der Strasse vor unserem Compount mit Melonenschalen und Stahlbeton aus Pfannkuchenteig mit Holzessstäbchen verklebt waren, stand das Wasser knietief. Das störte aber die meisten Autofahrer weniger, denn es macht ja bekanntlich einen Heidenspass mit einer grossen Fontaine bei 50 km/h durch das Achsenhohe Wasser zu brettern.

Einem Passanten sagte ich das Wort A-ke-wa-pla-ning, aber dieses Wort gibt es in China wohl noch nicht, obwohl ich finde, dass es sehr chinesisch klingt. Vielleicht habe ich mich aber auch nur in den Tönen vertan.

Doch auch auf dem Campus wurde so mancher Keller zum Swimmingpool. Mit Pumpen wurde gepumpt was die Pumpe hielt. Leider hielten die Schläuche aber nicht und verteilten das Wasser auf der Strasse. Das sieht man auf dem Foto aber nicht.

Dieser Druckerraum wurde auch nicht verschont. Leider kam ich ein bisschen zu spät, sodass ich nicht mehr ein ganz so spektakuläres Handyfoto schiessen konnte.

Hier sehen wir, dass auch die Kanalisation überfordert war. Aus dem Gulli kommt so viel Wasser, dass ein richtig kleiner Wasserberg über dem Gulli zu sehen ist.

Aber es kam noch schlimmer. In unseren Yaozi war heute eine totgekochte Kakerlake! Hier ist das Beweisfoto. Zum Glück fand Jan sie erst als wir mit dem Essen schon fertig waren, sodass uns der Appetit genau zum richtigen Moment verging. Man nennt das auch einen Apetitszügler.

PS: Das ist Rodger. Rodger ist der business lifestyle consultant unserer Katze. Rodger kennt sich gut aus in unserer Wohnung, denn er steht schon seid dem wir eingezogen sind auf dem Regal im Wohnzimmer. Rodger hilft auch jedem Gast sich bei uns zureckzufinden.

Categories: China

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