Schabby's Blog
Reserve Orbital Defence Commander

Heute gibt es keinen Blogeintrag, denn heute ist der 13. September. Das Fest der Enthaltsamkeit und Naechstenliebe. Aus diesem Anlass haben wir ganz in unserer Nerdtradition eine kleine Daddelrunde veranstaltet wegen der ich auch keine Zeit habe einen vernuenftigen Beitrag zu schreiben. Ich schleppte meine 5 Kilo Machine zu Mathias'/Pascals/Nils' WG plus Perepherie. Dort angekommen musste ich aber erstmal ein wenig Star Wars - The Revenge of the Sith kucken um zu verschnaufen.

Frueher war es so, dass man auf LAN Parties erstmal stundenlang das Netzwerk einrichten musste. Ihr erinnerte Euch sicher noch an die BNC Kabel, die angeblich nicht geknickt werden durften, weil sonst der Strom nicht mehr um die Ecken fliessen konnte. Jeder hatte in seinem Rechner (den er von seinen Eltern im Kleinbus mit Monitor herangekarrt bekommen hat) eine Netzwerkkarte, an die ein T-artiges Anschlussstueck geschraubt wurde. Jeder Rechner musste so miteinander verbunden werden, ohne dass es einen Kreis gab. Als endlich alle Leute Ihre Rechner aufgebaut hatten (unter der difizielen Voraussetzung dass niemand einem auf den Monitor kucken konnte um bei C&C - Der Tiberiumkonflikt auch ja keine Nachteile zu haben) und die Netzwerkkabel verlegt waren in einer Laenge unter 30 Metern (denn sonst gab es eine Art Echo des eigenen Signals im Kabel). Dann fragte jemand "Hey Leute, wer von Euch hat eigentlich die Endwiderstaende mitgebracht?" und ein schmerzhaftes Stoehnen ging durch den Raum, der ein ehemaliges Kinderzimmer war und nun als Daddelhoelle diente. Natuerlich hatte niemand an die beiden Endwiderstaende gedacht, die bei einem oldschool Ethernet nicht fehlen duerfen. Die Endwiderstaende bei einem Ethernet zu vergessen ist ungefaehr so wie in einem Freibad die Badehose zu vergessen: nicht gut. Besonders verhasst waren bei mir die Kollegen, die in dieser Situation nach McGywer-Manier erzaehlten, dass Ihr Vater gesagt habe, man koenne auch einfach die Ader des BNC Kabels mit der Alu-Isolierung ueber ein Zweimarkstueck kurzschliessen um so den selben Effekt wie ein Endwiderstand zu erhalten. Obwohl bei jeder LAN Party die auf der ich war die Endwiderstaende fehlten, haben wir dennoch nie den Zweimarkstuecktrick auspobiert. Wenn die LAN-Parties bei mir zuhause ausgetragen wurden, musste ich kurzerhand die Endwiderstaende von dem Netzwerk meines Vaters abschrauben, der aber meist trotz angesichts unserer verzweifelten Situation nicht sehr angetan war. Gluecklicher Weise dauerten LAN Parties nicht laenger als ein Wochenende oder die Sommerferien.

Aber das sind olle Kamellen und in Zeiten von Wireless LANs mit DHCP faehigem Router Schnee der Neunziger. Und so daddelten wir heute Abend schon bald nach meiner Ankuft ein paar Taktzyklen Warcraft 3. Um genau zu sein 38 Minuten, denn dann stellte ich meine bedingungslose Kapitulation aus. Die Orcs und Elfen setzen mir arg mit Drachen und Bogenschuetzen von Sueden her zu und zerlegten meine erste Reihe von Wachtuermen in ihre atomaren Elementarteilchen. In der zweiten Angriffswelle kamen mir die Menschen gefuehrt von Mathias zur Hilfe, waerend Jan im Norden dem ersten Computergegner mit Schuetzenwagen und Trollen die Basis platt stampfte. Aber es half alles nichts. Mir ging erst das Gold aus, dann das Holz und dann starb mein Held auch noch wie die Fliegen. Drei Mal musste ich ihn unter Zuhilfenahme von jeder Menge spiritueller Energie, Gold und dem Tempel der Helden wiederbeleben. Mein Held, ein Zwerg mit zwei Haemmern so gross sind wie Muelltonnen, erreichte nur mit Muehe die vierte Erfahrungsstufe.

Ploetzlich kam Pascal auf die Idee Hausaufgaben machen zu muessen, obwohl diese erst zwei Tage ueberfaellig sind. Dazu musste er an seinen Rechner und die WLAN Party war zu Ende. Ich spielte noch ein Dreiviertelstuendchen Prince of Persia, aber ich scheiterte bereits am Endgegner im Tutoriallevel. Pascal meinte, ich wuerde wie ein Maedchen spielen und versuchte es selbst und scheiterte ebenfalls an der leicht bekleideten Dame mit den zwei scharfen Saebeln. Links ein Foto von ihr in Action. Mein Computer wurde wiedermal dabei so heiss, dass er sich durch die Tischplatte gluehte. Daher packten wir ein und Jan und ich gingen nach Hause. Feierabend.


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