Schabby's Blog
Reserve Orbital Defence Commander

Ausser dass ich ein gratis Fruehstueck vom DAAD ausgegeben bekam, begann der Tag scheisse. Hier sind meine guten Gruende schlechte Laune zu haben:

  • Webserver kaputt
  • Java-Program kaputt
  • ersten Symptome einer Erkaeltung (ich kaputt)
  • Jalda auf Fortbildung (Beziehung kaputt)
  • House Cleaning Service kam ins Zimmer als ich auf dem Klo sass (Morgenandacht kaputt)

Bis 15:00 boxte ich mich daher mit meinem Computer in Göttingen auf dem die Bilder liegen. Mit der PuTTY Shell in der Linken und smart FTP in der Rechten prügelte ich so lange auf meine 134.76.80.200 ein bis sie nachgab. Das Resultat kann sich sehen lassen. Und zwar in Form einer thumbnail Gallerie und einem Versionsprung des Tomcat von 4.0.x auf 5.x.

Um am Abend sagen zu können man hätte etwas unternommen und um mein Gewissen zu beruhigen, fuhr ich um 15:30 in die Stadt. Auf dem Weg dorthin gab ich ein paar Deutschen Urlaubern noch ein paar schlechte Tipps, da ich es selber nicht besser wusste. Hinzu kam, dass ich ausversehen eine Station zu früh ausstieg, da ich Wuxingmen mit Wuchengmen verwechselte. Mein Ziel war die Einkaufsmeile Pekings, in dessen Nebenstrasse man Skorpione, Schnecken, Grashüpfer und andere Kostbarkeiten auf Stäbchen fritiert feil bietet. Den Tipp hatte ich von meinem Vater, aber ich kannte bereits ein paar wunderbare Impressionen vom vorwienach besten englischsprachigen Shanghaiblog der uns bekannten Galaxie: Behind The Wall, welches Freunde von mir waehrend Ihrer Shanghaizeit zusammentrugen.

Ich fand einen Dönerstand in einer Nebenstrasse, der scheinbar für den Gelegenheitsdeutschen gemacht war. Der Spiess drehte sich zwar, aber ob es Lammfleisch oder Grosshirnrinde war, konnte ich auch aus zwei Meter Entfernung nicht ausmachen. Ich machte ein Foto. Der Dönerverkäufer schaute mich traurig an. Sein Geschäft schien bei weitem am schlechtesten zu laufen in der Strasse und nun machte ich mich auch noch mit einem Foto über ihn lustig. Ich kaufte einen Döner aus Mitleid. Zumindest dachte ich, ich würde einen Döner kaufen. Was ich bekam war eine Art Zwergenschultüte aus Reisteig mit einem Radius an der höchsten Stelle von 3 cm. Das ganze Ding war leider so verkümmert wie ein Kinderdöner vor dem Bulemietherapiezentrum in Cottbus (vor der Wende). Es gab keine Tomate und auch keine Würzung. Nur die Basis: Salat und Gurkengeraspeltes. Ich sagte dem Verkäufer, sein Döner wäre aber echt lecker, denn die Vokabel "aussergewöhnlich" habe ich noch nicht gelernt.

So richtig in Kauflaune geraten, erhandelte ich eine Maotasche fuer 50 Yuan (5 Euro) an einem Stand. Ich folgte Marcos berühmter Last Man Standing Strategie: Du überlegst Dir einen Preis, natürlich schön billig und sagst diesen dem Verkäufer mit dem entschlossensten Gesichtsausdruck den Du nach Waldorfschul-Achtklassspiel und Zwölftklassspiel aufbringen kannst. Da ich beim ersten Mal Bauer und beim zweiten Mal vom Krieg gebrochenen Vater spielte, war da nicht viel zu machen. Dass ich Student sei half da schon mehr. Er began bei 120, ging runter auf 102 gleich sofort, als er merkte, dass mein chinesischer Wortschatz die Drei Worte Marke überschritt. Ich sagte ihm 50 und blieb dabei. Nach keinen drei Minuten war die Tasche mein. Das war viel zu einfach, ich zahlte also eindeutig zu viel. Das ärgerte mich natürlich tierisch.

Etwas weiter ging ich in eine Spielhalle und machte ein Foto. In der Spielhalle standen die wildesten Ballermachinen mit Plastikgewehren und Formel 1 Cockpits. Sofort kam leider der Besitzer an und sagte, dass man hier keine Fotos machen dürfe. Klar, da ging ich wieder raus. Ausserdem hatten sie kein Monkey Island und auch kein Transport Tycoon, sodass diese Hallen eh unter meiner Würde waren.

Als ich um die Ecke bog, verkaufte ein anderes Geschäft genau die selbe Tasche die ich ein paar Minuten vorher bereits gekauft hatte. Das ist üblich in China, weil das Produktspektrum für Souvenirartikel ähnlich überschaubar ist wie der Sold eines Zivildienstleistenden. Ich sagte dem Verkäufer 30 Yuan. Er lachte. Ich nicht. Denn ich dachte ganz angestrengt an die Feldarbeit, dann an den Krieg und wie er meine Familie zurrüttet hatte. Plötzlich sprang er um auf ein ziemlich gutes Englisch. Ich erzählte ihm, dass ich bereits eine Tasche hätte, die ich für 50 Yuan dort hinten gekauft habe. Er meinte natürlich ich wäre bekloppt, warum ich jetzt noch eine zweite Tasche bräuchte und warum er sie mir billiger verkaufen sollte als dort hinten. Ich sagte, weil es mir nicht mehr wert ist. Das war eine ehrliche Antwort und ich fühlte mich gut. Er hielt mich nun für absolut bescheuert glaube ich, denn so eine Waldorfschülerantwort bekommt man als Verkäufer in China sicher nicht alle Tage. Nach längere m Hin und Her ging er runter auf 35 und wurde langsam pampig. Die 50 cent soll er haben, dachte ich arrogant und streichelte über meine Spendierhosen.

Ein paar Ecken weiter stiess ich auf einen anderen Markt an dem Tiere fritiert werden, die unser Schöpfer dafür sicher nicht vorgesehen hat. Man verbot mir wieder Fotos zu machen. heimlich versuchte ich trotzdem welche zu machen, denn als Raumschiff Captain auf Deep Space Mission gibt man nicht kleinbei. Ich versuchte den Verkäufern klar zu machen, dass ich ein Foto zur Verifikation bräuchte, da ich dieses nach Deutschland schicke um von einem Zoologen verifizieren zu lassen, dass dem Lebewesen, dem gerade eine Holznadel zum Hintern rein und zum Mund wieder raus kommt, auch keine zu keiner bedrohten Tierart gehöre. Die Sprachbarriere ist aber für diese Zwecke leider noch zu hoch und so liessen manche Verkäufer mich machen. Als Zeichen guten Willens kaufte ich fritierte Bananen. Das sah noch am christlichsten aus. Dann noch schnell einen Schokoshake von McDonalds zum nachspuelen als sie mich nicht mehr sahen.

Ich fuhr zurück und erzählte Jalda, dass ich den ganzen Tag Peking an den urigsten Stellen erkundet hätte und Bauern auf den Reisfeldern bei der Ernte geholfen hätte. Sie glaubte mir fast. Doch dann wollte sie die Fotos sehen und ich musste alles gestehen. Inklusive des ausserdiätplanmässigen Schokoshakes und beider Taschen. "Und wozu brauchen wir zwei von diesen Taschen?">:| fragt sie. "Wir verschenken eine!" :) erwiederte ich. "An wen denn?". "K.A., vielleicht an Deinen Bruder?" :( "Der wollte schon das Lenin T-Shirt nicht haben" :|. "Dann vielleicht an Jan, ihm haben wir zum Geburtstag mal ein Fidel - halt durch! T-Shirt geschenkt..." <:( "... dass er nur noch zum schlafen trägt." -.- Wir haben bis jetzt noch keine Verwendung. Aber Mao lacht so freundlich auf den Taschen. Vielleicht verkaufe ich sie in Deutschland dreimal so teuer weiter. Wir assen lecker Abendbrot in einem koreanischen Restaurant in dem man einen Grill auf den Tisch gestellt bekommt. Auf den Grill wird Fleisch gelegt, das man brutzelt. Es kam Grillstimmung auf. Alle paar Minuten wird das Rost gewechselt, um das Krebsrisiko zu minimieren. Das kannte ich noch nicht. Dafuer gibts derbe Credits, dicke Skills und fetten Respekt an die crew aus dem koreanischen Restaurant. Japanisch Happa Happa und Koreanisch Mampfi Mampfi konkurieren zur Zeit in meiner Gunst auf dem selben Tabellenplatz in meiner kulinarischen Championsleague.


Als bekennender, fundamentalistischer Heide wurde ich heute mit einer grossen Herausforderung konfrontiert. Wir gingen in den Lama Tempel. Das war semi grosses Kino. Ich erwartete bespuckt zu werden. Nicht nur wegen meiner religioesen Grundeinstellung sondern auch von den Lamas. Dort angekommen musste ich dennoch feststellen, dass es sich um ein ungluecklickes Missverstaendnis handelt. Gemeint war Dalai Lama. Ich machte wie ueblich 256 mega byte Fotos.

Wir hatten ein Stativ fuer den Fotoapparat mitgenommen, sodass ich eine voellig neue Dimension des Fotosmachen im Feldversuch testen konnte: Selbstausloeser. Man stellt die Kamera irgendwo hin, drueckt auf "Selbstausloeser" und rennt weg. KLICK, ein 100% scharfes Foto. Soweit die Theorie.
In der Praxis ist dieses Verfahren jedoch kaum anwendbar. Man stellt die Kamera auf, drueckt auf Selbstausloeser, rennt weg und einer von 93.418 chinesischen Touristen stellt sich davor. KLICK! Wieder einen Hintern fotographiert. Die Kunst ist es nun daher, die Kamera an Orten aufzustellen, die fuer chinesiche Touristen unerreichbar sind. Z.B. alle Plaetze die hoeher sind als 1,6 Meter. Oder auf kleinere Huegel auf die keine Rolltreppe faehrt. Ein paar meiner besten Fotos sind so entstanden.

Es wurde wieder viel renoviert und um die alte Kunst auch fernen Generationen originalgetreu zu erhalten, uebte man sich auch hier in der archaischen Kunst des Stahlbetongiessens. Beeindruckend war eine sehr grosse Buddhastatue, die aus einem einzigen Baum geschnitzt wurde, wie eine goldene Guiness' Buch der Rekorde-Plakette an der Hauswand verriet. Die Athmosphaere war bisweilen andaechtig und ruhig, was auch daran lag, dass kein ueberteuerter Ice Tea in den heiligen Hallen verkauft werden darf.

Auf dm Weg zurueck zum Hotel machten wir Pause in einem Eiscafe. Wie auch in vielen anderen chinesischen Laeden gab es in diesem Restaurant dreimal so viel Personal wie Kunden. Als Auslaender kann es sein, dass man dann auch den dreifachen Service bekommt. Die erste Dame haelt die Speisekarte, die zweite liest daraus vor, die dritte emfielt die Specials, die vierte fragt aus welchem Land man komme und die fuenfte haelt schonmal die Rechnung hin, bevor man eigentlich bestellt hat.

So war es aber leider in unserem Fall nicht. Der Laden war zwar ueberbesetzt mit Personal aber wirklich bedienen wollte uns erst niemand. Ich bestellte eine Cola und einen Schokoshake. Ich beobachtete die Dame die den Schokoshake machte ganz genau, damit ich auch zuhause mir in Zukunft Schokoshake selber machen kann. Hier das was die machte:

1. Einswuerfel aus Picknickbox mit (ungeschwaschenen) blossen Haenden in Cruncher tun
2. Kaffeeextrakt dazukippen
3. Vom Kunden gesagt bekommen, dass er Schokoshade haben will und kein Kaffeeshake sowie das "GRRRRR" in seinem Gesichtsausdruck uebersehen
4. Inhalt des Crunchers wegkippen
5. Nochmal Eiswuerfel aus Picknickbox mit (ungewaschenen) blossen Haenden in Cruncher tun.
6. Schokosirup dazu kippen
7. Schuelermilchtuetchen (H-Milch *kotz*) aus Kuehlrschrank nehmen und dazugeben
8. Eine Eiskugel Schokoeis dazugeben
9. Deckel auf Cruncher machen und Crunch/Mix anstellen, warten und Krach aushalten
10. Da das Eis auf der Milch und dem mitlerweile geschmolzenen Schokoeis schwimmt, wird das Eis nicht gecruncht. Zwar ist der Crunchpott durchsichtig, aber man soll dennoch bei lauefendem Cruncher den Deckel vom Cruncer abnehmen.
11. Inhalt des Crunchpotts verteilt sich auf Wand und Kuechanrichte. Auslaender grinst sich tot.
12. erfahrenere Kollegin uebernimmt. Deckel wieder drauf. Crunchpott geschuettelt und Milshake ist fertig.

Bei der Rechnung "verrechneteten" sie sich um 30 Yuan, was wir aber zum Glueck merken. Da gehen wir nicht wieder hin. 15 Meter weiter gabs einen KFC, aber das wussten wir da noch nicht. Als sich auch noch undefiniertes Verhalten in meinem Magen auftat, entschieden wir uns schnell ein Taxi zu nehmen und ins Hotel zu fahren.

Dort angekommen quoll die Lobby bereits ueber vor Deutschen. Denn der DAAD (Deutscher, Akademischer AustauschDienst, oder so aehnlich) hat alle Stipendiaten aus diesem Jahr in unser Hotel gebucht, da morgen ein Workshop vom DAAD stattfinden wird. Auch Jalda nimmt daran teil, da sie auch ein DAAD Stipendium hat.

Ich, als unabhaengiger Journalist und Raumschiffcaptain auf Deep Space Mission, konnte mir ein Bild von "der Elite Deutschlands" machen. Alles war dabei. Vom hessischen Grufti-Metaller, ueber berliner Soziologie-Kulturgeschichte-Ethnologie Studentin mit Sandalen und Nebenfach Sinologie, bis hin zum Stuttgarter Modeschnittchen in Traegershirt und Stringtanga. Gegen 15:00 war es so voll von Deutschen in der Lobby, dass ein paar Chinesen Angst bekamen, wir wuerden unseren Lebensraum wieder ausweiten. Doch das war nicht von langer Dauer, denn der Inhalt der Lobby wurde in drei Bussen zum Sommepalast gefahren.

Es war ueberraschend unkompliziert und erfrischend gut organisiert. Entweder habe in China meinen Glauben an Organisation verloren, oder die DAAD Damen machten einen guten Job. Sicherlich beides. Ich durfte zum Sommerpalast mitfahren und wir lernten eine Menge Leute kennen. Am Eingang zum Sommerpalast stellten alle Mann sich in Reih und Glied auf um durchgezaehlt zu werden. Alle ausser ich fanden das "totaaal Deutsch" und "furchtbar buerokratisch". Ich fands geil. Nach einem Jahr in China, werden sie es sicher anders sehen. Oder spaetestens wenn ihnen die erste 40 Mann starke chinesische Reisegruppe mit ihrem Bus ueber den Fuss faehrt und 3 Stunden den Eintritt blockieren weil sie die Kassiererin durchzaehlen lassen und das vier mal, weil zwischendurch ein paar auf Klo gehen (kein Witz).

Ein paar nette Leute kommen uebrigens auch nach Shanghai. Das ist gut so. Ich bekam endlich eine Gratisfuehrung von jemanden, der jetzt ein DAAD Stipendium bekommt, aber schon vorher 6 Jahre Chinesisch gelernt hat. Ich machte lediglich 15 MB Fotos vor lauter reden.

Nach der Fahrt gingen wir mit ein paar neuen Bekanntschaften essen in einem Open-Air-Restaurant, so wie ich sie nicht kannte aus Shanghai. Es sah zwar etwas ranzig aus, aber hatte eine sehr angenehme athomspahere. Das Essen war aber nicht so lecker wie in anderen Chinesischen Restaurants. Dafuer tranken wir jeder drei Liter Bier. Ich bekam auch ein bisschen Durchfall und so gingen wir nach hause.

Die Fotos gibt es hier. Neuerdings in einer tollen Thumbnail Gallery!

PS: Der Server mit den Fotos ist seid zwei Tagen nicht mehr online, da ich beim Versuch ein Gallerieservlet zu installieren Java und den Tomcat updaten musste und mir dabei ein kleines Malheur passiert ist. Es ist halt nicht so einfach Virtuelle Machinen und Webserver aus einem Pekinger Hotelzimmer zu updaten.


Heute machten wir Sightseeing auf die chinesische Art und Weise:

  1. rein in den Laden,
  2. 5 Minuten kucken,
  3. Nippes kaufen,
  4. raus aus dem Laden,
  5. Abfahrt!

Dafuer fuhren wir nochmal zum Qiananmen Platz, wo ein Busunternehmen Fahrten zur grossen Mauer anbietet. Fuer 50Yuan pro Nase waren wir dabei. Wir fuhren ca. 1 1/2 Stunden mit dem Bus. An der Mauer angekommen, hatten wir 1 1/4 Stunden, was leider gerade mal reichte um ein paar Treppchen auf der grossen Mauer abzulaufen und ein paar Fotos zu schiessen. Ich waere sehr gerne laenger geblieben, weil mir die Mauer bislang am besten gefiel von den Sehenswuerdigkeiten, die ich bislang gesehen hatte. Insbesondere angesichts dessen was danach kam. Es war aetzend voll. Es war ein Wunder, dass die Mauer unter den vielen Chinesen plus den dicken Auslaendern nicht zusammenbrach. 500 Meter weiter auf der Mauer war niemand mehr. Dort war es so leer, da alle Touristen nur 1 1/4 Stunden Zeit hatten und genau an der selben Stelle wieder umdrehten.

Bereits im Bus lernten wir ein Paerchen von Chinesenischen Graduates kennen in unserem Alter. Obwohl unser Chinesisch mager ist und ihr Englisch auch nicht so super war, konnten wir uns die ganze Zeit unterhalten. Was ich besonders abgefahren fand war, dass sie uns Fragen stellten und ein angeregtes Gespraech aufrecht erhielten. Das schier unmoegliche war aber, dass sie ebenfalls beide Informatik studierten. Er faehrt in einem Monat fuer drei Jahre nach Gelsenkirchen und sie bleib hier um bei NEC Java und C# zu programmieren.

Ich hatte innerlich schon vor Wochen die Hoffnung aufgegeben mehr Studenten zu finden als die ich schon kannte mit denen wir unkramfig Zeit verbringen konnten, denn an unserer Uni ist das groesste Problem fuer uns, dass unsere Mitstudis sehr jung sind. Eine gewoehnliche Konversation mit neuen Chinesischen Bekanntschaften erforderte leider bisher immer diese Saetze:

  • "Ja, Audi ist neben Mercedes, BMW und VW auch eine deutsche Firma"
  • "Doch, in Deutschland ist es okay, den Teller nicht leer zu essen"
  • "Ja, wir trinken gerne und viel Bier"
  • "Der Name Ballack sagt mir was, aber ich stecke nicht so in Fussball"
  • "Richtig, wir essen mehr Kartoffeln als Reis"

Zum Glueck war es diesesmal ueberhaupt nicht so (nur ein bisschen). Wir gingen am Abend zusammen essen bei uns in der naehe, da sie ein paar Hochbahnstationen weiter wohnten.

Nach der Mauergeschichte fuhren wir zu einem Grab. Leider habe ich ein wenig den Ueberblick verloren ueber die Chinesischen Kaiser, obwohl die Chin. Geschichte bei weitem nicht so verknotete und verwuehlt ist wie die Europaische. Ich merke mir die drei goldenen K's der chinesischen Geschichte: Kaiser, Kriege, Konkurbienen. Dazu kommen Eunuchen. Die kann ich mir besonders gut merken, da wir frueher in unserer guten Waldorfsprachgestaltung folgenden Spruch aufsagten (unter anderen):

Du sollst nicht Eunuchen versuchen!

Oder so aehnlich. Erst heute weiss ich, was man uns schon damals mit auf den Weg gegeben wollte.

In den Graebern lagerte man die Kaiser, Kaiserinn sowie jede Menge Schmuck und nuetzliche Hausgegenstaende ein. Aehnlich wie in Aegypten, wo man fuer das Nachleben des Kaisers sorgte, wenn dieser als Zombie wieder aufersteht. Die Gegenstaende waren aber kaum Originale, da viele Sachen nach Taiwan verschifft wurden, kurz bevor die Kommunisten an die Macht kamen. Wir hatten bei der ersten Grabanlage wieder eine Stunde Zeit. Zeit genug um die Namenschildchen zu lesen.

Danach ging es zu einer zweiten Grabstaette. Dort konnten wir sogar die unterirdische Grabkammer besichtigen. Aber auch wieder kam leider wenig Stimmung auf, da man vor 1500 Jahren wohl kaum Stahlbeton giessen und Eisentreppen bauen konnte. Wir rannten hier durch. Genauso wie Lara Croft ihrerzeit. Fuer die naechste Tomb Raider Version werde ich den Entwicklern schreiben, dass sie neben Monstern und boesen Viechern noch Chineische Touristenmassen einbauen soll, durch die sie sich mit ihren langen Beinen den Weg bahnen muss. Das wuerde einen aktuellen Zeitbezug herstellen und in China sicher grossen Anklang finden.

Alles in allem dauerte die Tour 8 Stunden. War aber sehr zu empfehlen.


Nachdem wir gestern an unserem ersten Tag von Null auf Hundert besichtigt haben, schalteten wir heute einen Gang runter. Die Fuesse taten noch weh als ich an Gestern dachte. Es bestannt also Optimierungsbedarf.

Da ich den letzten Eintrag bis 2:00 Nachts schrieb, konnten wir nicht vor 9:00 morgens aufstehen. Da war natuerlich nicht mehr viel drinn, denn in Peking steht man noch frueher auf als in Shanghai, habe ich das Gefuehl. Zumindest fahren die U-Bahnen und Hochbahnen (moment, kein Plural hier, denn es gibt nur EINE Hochbahn) eine halbe Stunde kuerzer als in Shanghai. Das ist aber ziemlich Scheisse, denn das kulturelle Angebot in Peking, besonders das Nachtleben, ist scheinbar besser als in Shanghai, aber so koennen wir nicht daran teilnehmen.

Wir fuhren mit der U-Bahn zum Himmelstempel. Der Eintritt war 35 Yuan wenn man ein paar Dinge auch von Innen sehen will. Der Himmelstempel ist eigentlich eher ein riesiger Park mit mega vielen Nadelholzbaeumen drinn. Ein Paradies fuer jeden Hund aber auch fuer Herrchen aund Frauchen sehr nett anzusehen. Wir flanierten. Ab und zu gab es auch mal einen Tempel, der in der Regel rund war, denn die alten Chinesen dachten, dass der Himmel rund sei und die Erde quadratisch. Natuerlich fiel mir der ebenso alte Witz wieder ein: Warum bauen die Ostfriesen keine runde Haeuser? Lustiger Weise sahen wir wirklich einen Arbeiter, der in eine Ecke pinkelte, was wir auch auf einem Foto festhielten. Leider wurde an allen Ecken und Ende renoviert, sodass wie wir auch wunderbare Chinesische Restaurierungskunste bewundern konnten.

Mir faellt immer wieder auf, dass unser1 in Europa voellig anders versucht altes Kulturerbe zu schuetzen. D.h. es in der Form und in dem Material zu lassen wie es damals auch war. In China wird rigoros renoviert. Wenn ein alter Tempel anfangt zu broeckeln, wird ein zwar nicht kleingehauen, aber dennoch komplett mit Beton und Stahl strahlend neu wieder hergerichtet. Wo frueher Moenche Wasser schleppten, fahren jetzt glaeserne Glasrolltreppen Rentner durch die Gegend, was arg an der Autenzitaet und Glaubhaftigkeit des heiligen Platzes nagt. Die Pagoden (ich nenne sie ja aus Prinzip Paedagogen) in Hangzhou sind da krasseste mir bekannte Beispiel. Wohin soll das enden? Wird Maos Leiche irgendwann auch runderneuert?

Oh, ich vergass zu erwaehnen, dass wir ein altes Pekinger Viertel besuchten, bevor wir zum Restaurierungstempel fuhren. Das Viertel war sehr urig, aber auch nicht uriger als die Viertel die wir schon kannten aus Shanghai. Man warte auf die Fotos fuer die Details.

Wir assen in einem Pizzarestaurant lecker Pizza und Lasagne. Definitiv die beste Pizza die ich in China je gegessen habe. Aber wen interessiert das schon.

Die Pekinger Muecken sind deutlichen aggressiver als die Shanghaier. Sie sind auch viel schneller und lassen sich nicht einfach klatschen. Frustiert habe ich aufgegeben und bediene mich eines anderen Tricks: Ich trinke jetzt einfach vor dem Schlafengehen einen Liter Bier. Wenn sie mein Blut dann konsumieren, nehmen sie den Alkohol mit auf. Logischer Weise sind sie dann fahrunfaehig und ich kann sie platt hauen.

Tipp an Auslaender. Wenn man in China Schweineohren bestellt bekommt mein kein Gebaeck!


Der Beitrag ist ein draft und noch nicht entguelt. Er enthaelt zu wenig Rechtschreibfehler!
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Liebe Kinder,

heute weiss ich frohes zu berichten. Meine Beine tun weh, da ich so viel knipsen musste mit Jaldas Kamera. Meine machte Urlaub im Hotelzimmer. Als erstes wollten wir zum Kaiserpalast.

7:00, der Tag ging stuermisch los. Erst klingelte der Wecker und dann wurde gleich sofort geduscht. Dann, zack, raus aus dem Hotel und rein in den Bus. Vorher noch schnell eine Karte gekauft. An der Bushaltestelle sprach uns eine freundliche Pekingerin an und half uns auf Chinesisch. Das war sehr lieb, aber auch leider sehr laut, denn sie dachte, dass man Chinesisch besser versteht wenn man es laut und schnell anstatt diskret und langsam spricht. Sie hatte fesch natur rot gefaerbte Haare, so wie es gerade Mode ist bei Damen juengerer Generationen. Sie stieg auch mit uns in den Bus (Nummer 22 fuer die Erbsenzaehler unter euch) und tat dem Bus kund, wohin wir wollten. Auch wenn es ziemlich peinlich muss ich aber sagen, dass wir ohne der Frau sicher in den falschen Bus gestiegen waeren. Denn ich hatte auf die Nummer 302 getippt, da nur noch die 1 gefehlt haette und alle Zahlen von 0 bis 3 in der Busnummer gewesen waeren. Das Kriterium brachte mich in Shanghai bereits sehr weit, scheint aber nicht in jeder Stadt anwendbar zu sein. Bus 22 fuhr um ein paar Ecken und man sagte uns, wir sollten jetzt austeigen, was wir auch taten.

Vor uns war leider nicht der Kaisperpalast, sondern eine McDonalds Filiale. Nicht so schlimm, denn wo McDonalds ist, koennen bekanntlich Kaiserpalaeste nicht weit sein. War er aber. Ca. 2 Stunden. Bus Nummer 331 fuhr uns von der Bushaltestelle aus der wir vorher austiegen (surprise, surprise) zu einer anderen. Dort stiegen wir wieder in einen Bus und begannen Stationen zu zaehlen. Nummer 13 war naemlich die Station wo wir aussteigen mussten. Ich vergass bei Station Nummer 2 wie viele Stationen wir bereits abgefahren hatten, denn ich machte die interessante Entdeckung, dass Pekings Busse laenger sind als die in Shanghai. Jalda fand die Entdeckung nicht so spannend wie die Stationsnummern und sagte wir waeren bei Station Nummer 2. Bei Nummer 13 stiegen wir aus. Wieder kein Kaiserpalast. Dafuer ein KFC. Wir kamen der Sache also naeher.

Wir liefen ein bisschen herum und kauften so einen beruehmten Pekinger Joghurt in einem Tonbecher, den uns auch schon bereits Nils emfahl (er bekam Durchfall nach einer Ueberdosis, das sollte uns als Warnung gelten. Sie sind wirklich ausgesprochen lecker und schmecken wie bei uns Naturjoghurt mit Zucker schmeckt. Was wir nicht wussten war, dass man die Becher nicht mitnehmen darf, sodass der Besitzer des Shops total aufgebracht war als wir einfach mit dem Joghurt in den Hand weggingen. Zwei Yuan spaeter war aber auch diese Situation souveraen geloest von beiden Seiten. Die Tonbecher sind uebrigens min. 500 Gramm schwer und eignen sich 1A zum Rohrbombenbau. Genauso wie jede andere Metalldose in China. Da es in China noch kein Pfand gibt, werden die Dosen scheinbar in Gusseisen geformt und mit Aluminiumlack ueberzogen. Die Tonbecher sehen aber schoener aus und sind umweltschonender. Sie beginnen aber arg zu riechen nach 5 Stunden im Rucksack.

Wir verliefen uns in einen suesen Park. Dort waren viele Rentner, sowie Musiker. Nix wie raus also. Dann endlich standen wir vor dem prachtvollen Tor des Kaiserpalastes. An dieser Stelle will ich dem interessierten Leser natuerlich alle wichtigen historischen Hintergrundinformationen ueber Chinas Prunkwerk Nummer 1 dabieten. Also Kaiserpalast heisst Kaiserpalast weil da mal Kaiser wohnten. Man nennt die ganze Anlage (tierisch gross, wie ein Flughafen) auch verbotene Stadt, da sie frueher fuer Otto-Normalchinesen verboten war. Jedoch mit 15000 Ausnahmen, naemlich Eunuchen, Beamte, Angestellte, Konkurbinen, etc. Und natuerlich dem Kaiser und seiner Gemahlin, die er zuvor als Konkurbine hatte. Ein sehr progressives System meiner Meinung nach. Heutzutage wurde das Verbot einfach nur ein bisschen ausgeweitet auf 30000. 30000 Touristen. Und zwar pro Tag. Manche haett ich davon auch gern zu Eunuchen gemacht, wenn sie wieder zwischen meine Kamera und Jalda rannten genau in Moment des knipsens. Das Wasser kostet 3 Yuan und hat Eisklumpen drinne. Das kannte ich bis dahin nicht und ich dachte, das waere ein Pekinger Kaiserpalast special, aber das wird ueberall hier so gemacht.

Wo ich wirklich sauer wurde war, als man unseren Chinesischen Studentenausweis nicht anerkannte beim Eintritt und sagte, dass wir ja Auslaender waeren und daher den vollen Preis bezahlen muessten. Dabei war ich so stolz auf meinen Chinesischen Studentenausweis. Es ist also wurst ob Du Chin. Student bist, wichtig ist, dass Du Auslaender bist. Willkommen in China.

Der Kaiserpalast ist aber schon beeindruckend. Dabei wird ueberall noch gebaut und renoviert. Das Gebiet ist echt riesig und die Liebe zum Detail macht die ganze Sache sehr grosses Kino. Natuerlich war es wiedermal furchtbar voll und man bekam kein Bein an die Erde. Wir hatten einen elektronischen Guide in Deutscher Sprache gemietet, der uns in Abhaengigkeit von unserem Standort Informationen erzaehlte. Der Sprecher hatte die Stimme von Apu von den Simpsons und verwendete die Grammatik von Dolly Basta. Am Ende einer Lektion sagte er immer auffordernde Worte wie

  • "okay, gehaen wia weitae", oder
  • "Setzaen wia unserae Besichtigungen foad", oder
  • "Gehaen sie bitte im Norden weitae"

Nach 100 Tempeln der Harmonie und etlichen des Friendens beschlossen wir, dass wir genug gesehen hatten.

Oh, schon 2 uhr, ich muss schlafen! Also jetzt die Ereignisse des Tages in Warp 3

  • Danach sind wir zu einem unterirfischen Tunnelsystem gefahren, dass gross im Fuehrer angepriesen wurde. Das war aber total lahm und ueberhaupt nicht beeindruckend. Nach 5 Minuten in Gaengen gehen, kamen wir magischer Weise zu eine Silk Werksatt in der wir magischer Weise Silk kaufen konnten. Taten wir aber nicht, denn wir fanden das ziemlich bescheuert, dass man eine Silkwerksatt in einem Atombunker der gegen einen russischen Atomschlag gebaut wurde braucht. 5 spaeter sahen wir auch schon wieder Sonnenlicht. Wir loecherten unseren Guide mit 1000+1 Fragen, aber sie beantwortete nur +1. Nein, sie sei nicht mit Elivs verwandt.
  • Danach setzten wir uns in ein Cafe fuer das wir tierisch weit gefahren sind mit einem Taxi. Recht oede aber lecker
  • Danach fuhren wir zu einem Restaurant in dem wir lecker Peking Ente das. Das war auch oede aber noch viel leckerer
  • Danach fuhren wir mit der U-Bahn nach hause und bemerkten, dass wir viel schneller waren als mit dem Bus

Wir haben auch viele Fotos gemacht, aber die muessen wir erstmal zensieren und dann hochladen.
Wir assen Pekinente. Zum ersten mal in Peking.